Doku

Eine kritische Dokumentation der Tagung! 
Die Tagung wird dokumentiert, ja klar. Aber wer dokumentiert?
Für wen und wozu? Wie? 

Mit diesen Fragen haben wir uns im Vorfeld beschäftigt und aufbauend auf dem Text „Kulturvermittlung machtkritisch dokumentieren“ von Carmen Mörsch und Stephan Fürstenberg, ein Dokumentations-Konzept erarbeitet
.  
Wir möchten das, was auf und während der Tagung passiert, festhalten. Wir möchten es öffentlich sichtbar machen, aber die Dokumentation der Tagung soll vor allem für die Teilnehmenden sein. Sie sind es, welche die Tagung konstituieren und gestalten. Deshalb möchten wir alle Beteiligten an der Dokumentation einbinden. 

Es gibt keine*n zentralen Fotograf*in, stattdessen setzten wir einen Staubsaugerroboter mit Kamera für einige Minuten in jede Veranstaltung. Der Roboter wählte seinen Weg durch den Raum und filmte unvollständig und aus Froschperspektive das Geschehen.  
Den zweiten Teil der Dokumentation übernahmen alle Teilnehmenden: jede Person erhielt eine Dokumentations-Aufgabe, die während der Tagung bearbeitet, zum Schluss über eine zentrale Stelle eingesammelt und nach Tagungsende an eine*n anderen Teilnehmer*in weitergeleitet wurde. Bei der Abgabe entschied sich die Person, ob ihre Dokumentation veröffentlicht werden darf, die Weiterleitung erfolgt aber in jedem Fall, sodass alle einen Teil der Dokumentation erhielten. Es gab insgesamt 10 verschiedene Aufgaben, die über den Tagunszeitraum hinweg in einer von den Teilnehmenden selbst gewählten Geschwindigkeit und Intensität bearbeitet wurden.

Dokumentation kann sichtbarsein, sie kann stören, irritieren, anstrengend sein und Spaß machen. 

Sie kann Fragen stellen und sich selbst infrage stellen. 

Sie ist ein Zusammenspiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. 

Sie ist immer unvollständig, ein Teil bleibt unsichtbar und unbenannt. 

Sie besteht aus Entscheidungen, hinter denen Interessen stehen. 

Sie ist ein aktiver Prozess des Auswählens, Gestaltens und Zeigens.  

Dokumentation kann Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungsmacht an alle Beteiligten übertragen!