Key Speaker*innen

Anja Steidinger

Anja Steidinger ist Künstlerin und Professorin für Kunstpädagogik an der HFBK Hamburg. Sie arbeitet an den Schnittstellen von Kunst, Politik und Bildung. Von 2006 bis 2020 hat sie in Barcelona gelebt. Dort ist auch ihre Dissertationsarbeit zu künstlerischen (Selbst)-Repräsentationen von Unbehagen im Kontext der spanischen Wirtschaftskrise entstanden (Publikation Edition Metzel, München 2015). Sie ist Mitbegründerin des spanischen aktivistischen Künstler:innenkollektivs Enmedio und des medienpädagogischen Projektes für Kinder La Maleta del Cine in Barcelona. Ihre oftmals auf gemeinschaftlicher Produktion basierende Arbeitsweise verbindet dekoloniale, antidiskriminierende Perspektiven mit lokalen Kunstprojekten und entwickelt aus künstlerischer Intervention als kritische Praxis neue Handlungsräume.

Vortrag: Bewegte Sitzungen | Künstlerisch – aktivistische Intervention als kollektive Wissensproduktion ​
Mit der Frage: was bewegt uns? und wie lassen sich künstlerische Produktion und die Ausstellung/ Rezeption als Prozesse der Teilhabe gestalten? werden in diesem Beitrag künstlerische Interventionen versammelt, die ganz unterschiedliche Ansätze in der kollektiven Wissensproduktion vorstellen. Sie teilen das Vorhaben multiperspektiv Erzähltes auf einen gemeinsamen Wunsch zu konzentrieren um sich in vorherrschend dominante Narrative einzumischen. Die Ausstellung – die nicht selten mit dem Ort der Intervention identisch ist – kann auf der Strasse, in der Institution, in den Kommunikationsmedien oder an anderen Orten aus der Lebenswelt stattfinden. Was bedeutet es für eine pädagogische Situation in der Schule künstlerische Arbeit kollektiv zu organisieren? Wie wird in diesem Zusammenhang überhaupt kollektive Wissensproduktion verstanden? Fragen, Entdeckungen und Widersprüche zu möglichen, vielleicht auch erst einmal unsichtbaren pädagogischen Formen in der künstlerischen und aktivistischen Arbeit werden ins Feld der Sichtbarkeit gerückt um sie gemeinsam in Mainz bei der studentischen Tagung “rumstehen, einstehen, rumdrehen” als Potenzial für zukünftige Handlungsräume zu diskutieren.

Maren Ziese

Maren Ziese (*1974), Dr. phil. Vertretungsprofessorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Kunst an der Universität Duisburg-Essen und Dozentin im Master Art Education Curatorial Studies an der Zürcher Hochschule der Künste. Zuvor war sie Leiterin der PwC-Stiftung Jugend-Bildung-Kultur. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Kunst/Bildung/Ökologie, Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung, Kritische Kunstvermittlung / diskriminierungskritische Bildung, Partizipation und Diversity. 

Kunstvermittlung in der Klimakrise
Welche Art von Kunstvermittlung bedarf es in unserer gegenwärtigen ökologischen Krise? Wie kann Kunstvermittlung zukunftsrelevant und machtkritisch sein angesichts von Klimawandel, Artensterben und der Verstärkung einer sozialen, globalen und ökologischen Ungleichheit? Indem Kunstvermittler*innen und Lehrpersonen beispielsweise globale und post-humanistische Perspektiven aufgreifen und eine Vermittlungshaltung einnehmen, die unbequem bleibt und sich dem Narrativ der Krise versperrt – so die These. Der Vortrag stellt verschiedene Projekte und Überlegungen vor und lädt ein, gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. 

Die Tiefe Kümmernis

Benjamin Rowles (Die Tiefe Kümmernis) arbeitet im Bereich Digitale Vermittlung für das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Vorher war er Vermittler im Kunsthistorischen Museum, im mumok, in der Albertina – alle in Wien – und im Neuen Museum in Nürnberg. Er hat Kunstgeschichte, Theater-und Medienwissenschaft in Erlangen studiert.

Queer Outreach (und Inreach) im Museum – Meine Erfahrungen
Outreach in der Museumspraxis bedeutet, Zielgruppen direkt anzusprechen, die sonst aus verschiedensten Gründen selten oder gar nicht ins Museum kämen. Mithilfe von Inreach versucht man gleichzeitig, die Mitarbeitenden als Partner*innen für diesen Diversifizierungsprozess zu gewinnen. Das Ziel ist es, dass die Institution und ihre Besuchenden genauso vielfältig wie die Gesellschaft werden. Benjamin Rowles wird über seine Erfahrungen mit Queer Outreach (und Inreach) in vier verschiedenen Museen berichten. Er wird von Hürden, aber auch von vielen Erfolgserlebnissen und institutioneller Veränderung erzählen.