Workshops

#1 PERFORMING.CON.SENSUS.
Aurélie Strohmaier

Ich bin Aurélie und Kunstpädagogin in Ausbildung. Neben meinen Tätigkeiten in der Kunstvermittlung arbeite ich als Bildungsreferentin in der queeren sexuellen Bildung im (Hoch-)Schulkontext im Rahmen des Projekts „Liebesleben“ (Schulaufklärungsprojekt fur queere Lebens- und Liebensweisen).
In meiner Abschlussarbeit stelle ich die Frage, wie performativ-orientierte künstlerische Bildung und körperorientierte sexuelle Bildung gemeinsam Vermittlungskonzepte zu Einvernehmlichkeit verhandeln können.

(Sexuelle) Einvernehmlichkeit in Performance Art Education verhandeln.
Sexualität.en werden mal expliziter, mal impliziter verhandelt, sind wesentlicher Bestandteil von Leben, daher auch von Kinder und Jugendlichen und folglich nicht aus Lehr- und Lernkontexten wegzudenken. Der Aspekt (sexuelle) Einvernemlichkeit wird im schulischen Aufklärungsunterricht wenig behandelt und daher möchte ich mit Euch den Fragen nachgehen:̈ Welche Rolle kann Performance Art Education in einer interdisziplinären und vielfältigen sexuellen Bildung einnehmen? Wie sinnlich-ästhetisch kann Sexuelle Bildung sein? Und wie kann Einvernehmlichkeit darin verhandelt werden? In der kreativsten Phase des Workshops möchte ich mit Euch Methoden und Gestaltungsimpulse entwickeln, erproben und diskutieren. Welche Impulse könntet ihr Euch vorstellen in eure Lehrkontexte einzuweben? Unter welchen Umständen? Was wäre dafur nötig? Was ist dabei zu beachten? Das Workshopkonzept ist ein Pilot*innenprojekt und deshalb freue ich mich umso mehr auf Euch!​

Der Workshop findet auf deutsch statt.

#2 Farben färben und Socken sammeln – Kunstvermittlung in der ökologischen Krise  
Klarissa Stadion, Ruth Bier und Richard Weninger

Ruth Bier, Klarissa Stadion und Richard Weninger studieren an der Kunsthochschule Mainz. Als studentische Mitarbeiterin arbeitet Ruth Bier an der Grünen Schule Mainz, Klarissa Stadion ist freie Kunstvermittlerin der Kunsthalle Mainz. Richard Weninger ist neben seinem Studium als Erzieher in einem Kindergarten tätig. 

Was haben Farben mit der Ökologischen Krise zu tun? Wie wird Wissen um die Ökologische Krise produziert? Wie kann soziale Gerechtigkeit nachhaltig gestaltet werden? In Kooperation mit der Grünen Schule des Botanischen Gartens Mainz wollen wir gemeinsam inhaltliche und vor allem praktische Perspektiven entwickeln, wie Kunstdidaktik und Ökologie zusammengedacht werden können. Die Grüne Schule ist ein außerschulischer Lernort des Faches Biologie im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Rahmen des Workshops werden wir gemeinsam machtkritisch auf aktuelle Positionen aus Kunst und Vermittlung schauen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten für die Kunstvermittlung erproben. Hinzu kommt der praktische Teil mit Farben färben und Socken sammeln – wir freuen uns auf gemeinsames Experimentieren, diskutieren und Zukunft gestalten. ​

Wichtige Info: Der Workshop findet in der Grünen Schule des Botanischen Gartens der JGU statt. Bitte tragt wetterfeste, warme Kleidung.

#3 Hegemonie & Feldforschung in der Kunst
Samuel Ferstl

Samuel Ferstl, geb. 1991 in München, beschäftigt sich in der eigenen, künstlerischen Praxis mit der Epistemologie von Ausstellungskontexten, insbesondere einer theatralen, nicht-fixierten Lesbarkeit von Kunst. Hierbei verbindet Ferstl feministische Praktiken mit performativen Fragestellungen.

In dem Workshop widmen wir uns grundlegenden Techniken der (Selbst-)reflexion und Dokumentation eigener (Arbeits-)prozesse, denen eine hegemoniekritische Beschäftigung mit dominanten, gesellschaftlichen Strukturen vorangeht. Dabei möchten wir uns individuell einem eigenen Zugang über Biographie, als auch unmittelbarer Erfahrung des Raumes widmen und Eckpfeiler einer Critical Contaminated Literacy erarbeiten, die sich France Winddance Twine, Carmen Mörsch, Christian Mayer, Anna Halprin, sowie Theorien eines kritischen Ethnographiediskurses (Feldforschung) zum Vorbild nimmt.

#4 Künstlerisch-edukatives Handeln im Unterricht
Simon Tresbach

Ich studiere Kunst und Geographie auf Lehramt an der Kunsthochschule Mainz und an der JGU im Master und freue mich schon auf die Arbeit als Lehrer an der Schule, wobei ich mir noch nicht sicher bin, welche Schulform am ehesten für mich geeignet ist. In der Vergangenheit habe ich mich allerdings besonders für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an der Realschule+ und an Gesamtschulen interessiert. 

In Anlehnung an das Konzept „Learning through the Arts“ werden wir in diesem Workshop der Frage nachgehen, inwiefern sich künstlerische Strategien zur Annäherung an schulische Unterrichtsinhalte – nicht nur im Kunstunterricht – eignen, wie solche künstlerischen Herangehensweisen konkret aussehen können und wie sie sich in unsere Vermittlungspraxis integrieren lassen. Dazu bringe ich beispielhaft Inhalte aus den Lehrplänen verschiedener Unterrichtsfächer mit, zu denen wir gemeinsam künstlerische Zugänge entwickeln und darüber diskutieren können, welche Möglichkeiten eine künstlerische Annäherung an einen Unterrichtsgegenstand Schüler*innen eröffnet.

#5 Stehen bleiben an Litfaßsäulen
Victoria L. J. Claußen

Mein Name ist Victoria L. J. Claußen und ich studiere Kunst und Philosophie und Philosophie auf Lehramt.

Im Rahmen dieses Workshops soll das Potenzial von Litfaßsäulen im öffentlichen Raum beleuchtet und Impulse für ihre Gestaltung gegeben werden. Denn Litfaßsäule bilden neben beispielsweise auch Parkbänken das sogenannte öffentlich geteilte „Stadtmobiliar“. Sie dienen der öffentlichen Kommunikation und können auf diese einwirken. Denn der öffentliche Raum lässt sich als ein dynamischer Aktions- und Möglichkeitsraum von Begegnungen, Anregungen und Austausch, durch den man sich sichtbar bewegen und etwas zum Ausdruck bringen kann, verstehen. Interventionen im öffentlichen Raum, auch etwa bezogen auf das Stadtmobiliar,  schaffen in einer offenen Wirklichkeit Angebote zur Wahrnehmung bzw. sind als Impulsgeber zu verstehen um die Aufmerksamkeit auf die Offenheit alltäglicher Situationen gegenüber vermeintlich sich bloß wiederholender Strukturen zu richten. Mittels installativer Praktiken (Interventionen) oder Performances kann mit einfachen Mitteln ein offenes Tun gestaltet werden, das als Ausdruck menschlicher Praxis überhaupt zu verstehen ist.

#6 cmd + space bar – Leerstellen im Spotlight
Réka Szücs und Nora Ryser ​als Duo „fe:maison“

Réka Szücs und Nora Ryser, als Duo „fe:maison“, setzen sich schon länger mit den blinden Flecken in der Kunstgeschichtsschreibung auseinander. Im letzten halben Jahr haben sie zusammen die Website femaison.ch entwickelt, die zum Ziel hat, Leerstellen zu füllen. Sie studieren im Master Art Education an der HKB Bern.
https://femaison.ch

Die Kunstgeschichtsschreibung ist nach wie vor geprägt von kanonisierten Positionen. Diese zu verschieben, hat auch zum Ziel, Künstler*innen und Kunst-Theoretiker*innen Plattformen zu verschaffen, sie sichtbar zu machen. Unser Workshop soll dazu dienen, herrschende Machtverhältnisse und repressive soziale Strukturen aufzudecken, und Strategien zu ihrer Überwindung zu diskutieren. Dazu beschäftigen wir uns vor allem mit den Leerstellen in der Kunstgeschichtsschreibung. Wer wird beforscht, betrachtet, erzählt und wer nicht? Welche Ideen, Umstände, Gegebenheiten werden systematisch ausgeblendet? Mit einem intersektionalen, feministischen und anti-diskriminierenden Anspruch wollen wir uns mit Bildmaterialien der Kunstgeschichte auseinandersetzen und in diese kollaborativ intervenieren. 

#7 OBJEKTE ERZÄHLEN / OBJEKTE SCHWEIGEN
Wiebke Spieß und Sophia Sokol 

Wir sind Sophia und Wiebke und studieren beide mittlerweile im Master das Lehramt für Bildende Kunst in Mainz. Im Rahmen verschiedener kunstpädagogischer Seminare und auch Nebenjobs haben wir bereits ein wenig Erfahrung mit Schulklassen im Museum sammeln können. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch, auf produktives Ideenspinnen und kritische Diskussionen! Bis bald, wir sehen uns!

In unserem Workshop möchten wir Möglichkeiten der kunstpädagogischen Arbeit im Museum entwickeln, einen Umgang mit Ausstellungsobjekten, mit Kunstwerken im Unterrichtskontext erarbeiten. Denn ein Museum vermittelt Wissen, die ausgestellten Objekte erzählen Geschichte(n) und gleichzeitig bleibt vieles unbekannt, wird verschwiegen, womit nicht zuletzt Aspekte problematischer Institutions – und Herkunftsgeschichten der musealen Exponate verbunden sein können. Auf dieser Leerstelle soll der Fokus des Workshops liegen : Wie kann sie sichtbar gemacht werden, wie kann ein produktiver Dialog mit ihr und letztlich eine machtkritische Auseinandersetzung mit Museum im Kunstunterricht gelingen? Gegebenenfalls wird der Workshop in der Kunsthalle Mainz stattfinden.

#8 Queere* Performancekunst – Räume beanspruchen, Perspektiven schaffen
Aaron Kappenberger und Selina Hammer

Bildnachweis: Cassie Augusta: „Im Garten Der Blicke“ (06:43 min), 2020 mit Karin Kneffel im Kunsthaus NRW: https://youtu.be/HxCiGzWPmJU

Wir, Selina Hammer und Aaron Kappenberger, haben im Oktober 2019 das Studium der Freien Bildenden Kunst an der Kunsthochschule Mainz aufgenommen und ergänzend im Sommersemester 2021 das Philosophie- Studium mit den Beifächern Filmwissenschaften bzw. Theaterwissenschaften. Zudem engagieren wir uns hochschulpolitisch über den Allgemeinen Studierendenausschuss der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz in den autonomen Referaten AlleFLINTA*Referat beziehungsweise Queer*Referat.

Der Workshop kontextualisiert die sozialen und politischen Dimensionen intersektional angelegter queer*feministischer/emanzipatorischer Praxis und Vermittlung anhand von ausgewählten Beispielen und Codes. Vereinzelte Fragen wie nach Erfahrungen einzelner Studierenden nach queerer* Kunstvermittlung werden in Selbst- und Gruppenreflexionen ausgelagert und im Plenum besprochen. Des Weiteren werden in praktischen Aufgaben Inhalte erprobt.

#9 Learn to Unlearn – Create your own Manual 
Josephine Roth und Laura Adler 

Wir sind Josi und Laura und arbeiten seit einigen Jahren als Künstlerinnen und Kunstvermittlerinnen zusammen. Wir haben gemeinsam an der Bauhaus Universität Weimar Kunst Lehramt studiert. Laura macht gerade ihr Referendariat in einer Schule in Kölleda und Josi hat vor Kurzem ihre Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Kunsttheorie und der Universität zu Köln begonnen.

Um einen sensiblen, macht- und diskriminierungskritischen Umgang mit Kunst(vermittlung) finden zu können, müssen wir viele Normen und Vorstellung, die uns manchmal als selbstverständlich erscheinen hinterfragen und aktiv verlernen. Learn to Unlearn bedeutet immer auch sich selbst zu kritisieren, in einem ständigen Reflexions- und Entwicklungsprozess zu bleiben und dabei auch manchmal Wiedersprüche aushalten zu müssen. Wir wollen gemeinsam unsere eigenen kleinen Manuals erstellen, in denen wir erste (auch banal wirkende) Ziele, Wünsche, Absichten manifestieren und verschriftlichen. Ein Handbuch das immer erweitert, verdreht und neu gedacht werden darf und soll.